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Casey McKees Videoinstallation „corporate warefare“ in den Schaufenstern der Galerie Greulich zur Langen Nacht der Museen und Galerien am 2006

Eine Rolltreppe, die ein Mann - offensichtlich ein Geschäftsmann mit Aktentasche und dunklem Anzug - hinaufgeht und dennoch auf der Stelle bleibt. Wie Sysiphos geht dieser Mann ganz in seinem scheinbar sinnlosen Tun auf. Er hätte schon genug damit zu schaffen, nicht nach unten abzurutschen, käme da nicht von hinten ein anderer „Buisinessman“ angehetzt, der seinen Vorgänger niederschlägt und an seiner statt weitergeht. - Einer bleibt eben immer auf der Strecke.

Die Videoarbeit „Corporate Warefare“ ist eine Parabel auf den Darwinismus in der Welt der so kultiviert wirkenden Büroräume. Eine Kultiviertheit, die sich stark durch Konventionen und Codes definiert. Anzug, Krawatte und Tasche sind die Schlüsselsymbole. Aber nicht erst seit dem Börsencrash der New Economy, den „feindlichen Übernahmen“ und den „Bieterschlachten“ auf den Aktienmärkten wird klar, dass in der Wirtschaft trotz aller Regeln und Konventionen das Recht des stärkeren gilt.

Dennoch ist die Videoarbeit Casey McKees keine dumpf-gesellschaftskritische Arbeit. Dafür ist der Witz, der der Installation innewohnt zu offensichtlich. Auch ist sie nicht beschränkt auf die Welt der „Banker“. Vielmehr zeigt die Arbeit einen Aspekt des Menschseins, eben den des „Homo Ökonomicus“, der schließlich jedem von uns innewohnt.