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Die Preisträger des Ar(t)ambo Kunstpreises stehen fest!

Kunst ermöglichen, Erfahrungsräume schaffen

Die Galerie Greulich vergibt gemeinsam mit Atambo Kunstreisen und der  Galeria Minch den a(r)tambo Kunstpreis als Residency nach Mexiko, Los Cabos San Lucas.

Am 12. Januar entschied die Jury des a(r)tambo Kunstpreises über die Vergabe eines Reisestipendiums nach Mexiko und eines Preisgeldes in Höhe von 3000 Euro. Aus 85 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet wurden Jurena Muñoz, Per Schorn und Meira Kiefer zu den Gewinner*innen ausgewählt. Die Ausschreibung richtete sich an bildende Künstler*innen aller Sparten und Medien und stieß bereits in ihrer ersten Ausgabe auf eine bemerkenswert hohe Resonanz.

Das Bewerberfeld war insgesamt von einer ausgezeichneten und akademischen Qualität geprägt. Viele Einreichungen zeigten eine ernsthafte, kontinuierliche Auseinandersetzung mit relevanten Sujets. Die Entscheidung für drei Positionen fiel daher nicht im Sinne eines klassischen Wettbewerbs, sondern entlang einer konkreten Fragestellung: Welche künstlerischen Arbeitsweisen profitieren besonders von einem zeitlich begrenzten Ortswechsel – und sind zugleich offen genug, sich auf einen neuen sozialen und kulturellen Kontext und Austausch einzulassen?

Die Jury bestand aus Karen Wittel und Elena Stiehr von Atambo Kunstreisen, dem Künstler und Kurator François Paris der Galeria Minch aus Cabo San Lucas, sowie Andreas Greulich, dem Inhaber und Galeristen der Galerie Greulich in Frankfurt.

Warum wir diesen Preis ausloben

Die Galerie Greulich ist Mitinitiator des a(r)tambo Kunstpreises. Aus unserer Sicht reduziert sich die Verantwortung einer Galerie nicht auf das Ausstellen fertiger Werke. Künstlerische Arbeit braucht Zeit, Spielraum und manchmal auch Distanz zum eigenen Umfeld. Genau daran mangelt es jedoch zunehmend – insbesondere jenseits institutioneller Förderstrukturen.

Als Galerie verstehen wir uns nicht als elitären Ort, sondern als dritten, sozialen Ort, wo Arbeitszusammenhänge entstehen und wachsen können: nah an den Künstler*innen, interessiert an Prozessen, nicht nur an Ergebnissen. Kunstpreise sind für uns kein Prestigeprojekt, sondern ein pragmatisches Mittel, um Arbeit und künstlerisches Forschen zu ermöglichen. In der Vergangenheit haben wir bereits Preisformate wie V kunst Frankfurt organisiert und ausgeschrieben. Der a(r)tambo Kunstpreis führt diesen Ansatz weiter, verschiebt den Fokus jedoch konsequent auf den Arbeitsprozess selbst.

Das Reisestipendium ermöglicht eine zehntägige Residency in Mexiko. Der Ortswechsel ist dabei kein Selbstzweck. Er schafft Abstand, Irritation und neue Bezüge – Bedingungen, unter denen künstlerische Arbeit oft erst ihre eigentliche Schärfe entwickelt.

Die ausgezeichneten Positionen

Jurena Muñoz
Jurena Muñoz überzeugte die Jury durch eine bemerkenswerte und eigenständige Bildsprache, die durch ihre expressive Farbigkeit hervorsticht. Die multidisziplinäre Künstlerin setzt sich mit Identität, Migration und dem Gedächtnis von Vorfahren und Ahnen auseinander. Ausgehend vom kulturellen Erbe von Abya Yala porträtiert Muñoz indigene Frauen als mächtige Figuren des Wissens und der Widerstandsfähigkeit. Durch lebendige Farben und symbolischen Formen schlägt Jurena eine Brücke zwischen zeitgenössischer Kunst und gemeinschaftlichen Traditionen. Jurena Muñoz Lagunas, mit peruanisch-chilenische Wurzeln, ist 1990 in Hannover geboren. Sie lebt und arbeitet derzeit in Berlin.

Per Schorn
Der 1978 geborene Fotokünstler aus Frankfurt stach vor allem durch sein künstlerisches Vorhaben in Mexiko hervor. Seine Fotoserie „working class heroes“ soll in Cabos San Lucas nun seine Fortsetzung finden. Die klare Bildsprache und szenographische Belichtung schafft nachhallende Bildräume, die zum Träumen und Nachdenken einladen. Die Idee abseits von den touristischen Highlights, das alltägliche Leben vor Ort in Mexiko abzubilden, überzeugte die Jury inhaltlich.

Meira Kiefer
Meira Elisa Kiefer lebt und arbeitet in Saarbrücken. Die 2004 geborene Künstlerin studiert derzeit an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Ihre Arbeiten changieren zwischen Konzept und sinnnlicher Erfahrung, wobei das Zwischenmenschliche formal und inhaltlich eine wesentliche Rolle spielt. Eben jene Zwischenmenschlichkeit, die zentraler Punkt der Ausschreibung war, wird bei Kiefer künstlerisch verhandelt. Als einer der jüngsten Positionen unter den eingereichten Bewerbungen, sah die Jury hier besonderes Förderpotenzial.

Perspektive

Die während der Residency entstehenden Arbeiten sollen sowohl in Mexiko als auch im Anschluss in Deutschland gezeigt werden. Darüber hinaus sind weitere Kooperationen geplant; auch eine Ausstellung in der Galerie Greulich ist angedacht.

Die erste Ausschreibung des a(r)tambo Kunstpreises hat gezeigt, dass der Bedarf an Formaten groß ist, die künstlerische Arbeit ernst nehmen – nicht als Event, nicht als Wettbewerb um Sichtbarkeit, sondern als Prozess. Diesen Weg möchten wir weitergehen und mit relevanten Themen unserer Zeit verknüpfen.