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Philip Grözinger | Peter Kröning

Das Ende der Beschwerde

Ausstellung bis zum 2. August 2025.

Mit Philip Grözinger und Peter Kröning zeigen wir zwei Künstler aus Berlin, die in der Ausstellung „Das Ende der Beschwerde“ eine herrliche Paarung bilden. Ich bin sehr glücklich, dass Philip Grözinger mir dies Konstallation vorgeschlagen hat.

Rein formal wird die Ausstellung facettenreich und spannend. Wir zeigen Malereien, Skulpturen aus Holz und Plastiken aus Ton, dazu Zeichnungen. Peter Kröning hat eigens für die Ausstellung noch eine Edition im Siebdruckverfahren gefertigt. Allein die Edition ist schon sehr köstlich. Die Arbeit hat Peter Kröning „Prophet in herausfordernder Entspannung“ betitelt.

Im Grunde führt uns der Titel schon zum Kern dieser Ausstellung. Formal sind alle Arbeiten auf einem sehr hohen Niveau – soweit, so gut; das findet man immer wieder einmal. Was Philip Grözinger und Peter Kröning jedoch aus dem allgemeinen Kunstbetrieb herausstechen lässt, ist ihr Hang zum Absurden. Und das meine ich nicht als Hinwendung zum Humoristischen, sondern als Anerkennung des Kuriosen im Menschen – eine Wahrnehmung der Welt, oszillierend zwischen Verzweiflung und tiefer Bejahung.

Philip Grözingers Malerei ist vielfältig. Stillleben finden sich genauso wie landschaftsartige Szenerien. Das sind dann Bilder, in denen kleine Wesen agieren, im malerischen Duktus zuweilen souverän grob und provokant „holzig“ gemalt. Dennoch spürt man dahinter immer große Meisterschaft.

Philip sendet mir häufig Fotos aus seinem Atelier und zeigt mir, was er so macht. Erstaunt bin ich immer wieder über die Fülle seiner Arbeit: Zeichnungen, Malereien und Tonarbeiten. Ich frage mich manchmal, wie er das alles so hinbekommt.

Ist Peter Kröning in seinen Zeichnungen nah an der Karikatur, so sind seine Skulpturen dem seriöseren Fach zuzuordnen – ich meine das gar nicht wertend. Festzuhalten ist, dass sich die Leichtigkeit des Mediums im Inhalt niederschlägt. Die „Wendejacke“ ist ein Mantel, der einem Kaktus gleicht. Peter Kröning treibt das Spiel in dem Blatt „Es war nicht so, dass er sich keine Mühe gab“ auf die Spitze … großartig … .

Peter Krönings Skulpturen aus Holz sind die adäquate Übersetzung der Zeichnungen in das komplexere Medium. Der letzte Besuch in seinem Atelier war ein ästhetisches Erlebnis für sich. Die hohe Halle hatte an dem Tag, dank der Industriefenster im Dach, ein unglaubliches Licht. Die Werkzeuge, der Geruch, die Werke ergaben eine faszinierende Atmosphäre.

Der Mensch ist Peter Krönigns Thema. Die Figuren stehen allein auf ihrem Sockel. Absurde, surreale Momente sind das – Momente der Verwirrung, in das Holz gehauen. Kunst, die fesselt und verunsichert zugleich. Was will man mehr?!