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Wie wichtig Publikationsarbeit für die Galerie ist.

Manchmal hinterlasse ich auf Instagram ein Like. Bei Sarah Geppert habe ich mich zu einem Kommentar hinreißen lassen: „Ich find’s cool.“ Ihre Antwort kam per DM. Kurz darauf stand ich in ihrem Atelier in Pfungstadt. Jetzt hängen ihre Bilder in der Galerie – und das VivArt Magazin hat ein ausführliches Interview mit ihr veröffentlicht.

→ Zum Interview im VivArt Magazin

Das freut mich, weil der Artikel genau das transportiert, was die Ausstellung „Ein paar Blumen, ein paar Bilder“ ausmacht: eine Künstlerin, die Alltägliches malt – Wäschekörbe, Liegestühle, Geburtstagsbuffets – und es dabei schafft, aus dem scheinbar Banalen etwas herauszuholen, das hängen bleibt. Nicht durch Pathos, sondern durch Form und Farbe.

Was Gepperts Malerei besonders macht

Sarah Geppert malt flächig, in entschiedenen Farbtönen. Orange Fliesen, grünes Brot, blaue Küchentische. Die Farben haben mit der Realität wenig zu tun – und genau das macht die Bilder stark. Sie übersetzen Gefühle in Farbentscheidungen. Das Brot wird grün, weil grünes Brot Fragen aufwirft. Der Tisch kippt, weil Erinnerungen kippen.

Für die Arbeiten in dieser Ausstellung hat sie Fotoalben ihrer Familie durchgesehen. Rollenbilder, Mutterschaft, das, was bleibt und was verblasst. Aus diesen Bildern entstand auch der Schritt in die Keramik: kleine Blumenstillleben aus Ton, die Gegenstände aus den Gemälden in den Raum holen. Zweidimensionales wird dreidimensional. Gemaltes wird greifbar.

Wolfgang Ullrich und die Sehnsucht nach Gegenbildern

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation – Band 34 unserer Schriftenreihe. Darin: ein Interview mit Sarah Geppert und ein Text von Wolfgang Ullrich. Ullrich gehört zu den wichtigsten Kunsthistorikern im deutschsprachigen Raum. Dass er für uns geschrieben hat, freut uns außerordentlich. Dadurch fühlen wir uns in unserer Arbeit bestätigt.

Seine These trifft einen Nerv. Ullrich liest Gepperts Malerei als Gegenbild zu den perfekten Instagram-Welten. Die zahllosen Fotos, die Influencer von ihren Wohnungen, Urlauben und Mahlzeiten posten, überbieten sich in Perfektion. Gefiltert, bearbeitet, zunehmend von KI optimiert. Gepperts Bilder machen das Gegenteil. Sie sind flach, klar, fast einfach. Sie behaupten nichts. Sie zeigen. Und genau diese Haltung – zeigen statt behaupten – kann Malerei gerade jetzt gut.

Dass ausgerechnet Instagram den Kontakt zwischen der Galerie und Sarah Geppert hergestellt hat, ist dabei kein Widerspruch. Es zeigt eher, dass die Plattform auch jenseits der Selbstoptimierung funktioniert – wenn man hinschaut.

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→ Sarah Geppert – Künstlerseite