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Saisonstart 04. September 2026 | Vernissage 18:00 Uhr

Ausstellung vom 05. September bis 17. Oktober

UNBOTHERED?! | Elisa Deutloff & Chelsea Hartmann, Lara Weiler, Stella Winter und Wei Zhu

Gen Z – wer ist diese Generation eigentlich, was treibt sie umher und wie reagiert sie auf ihre Umwelt? Diese Fragen nerven und trotzdem werden sie immer wieder gestellt, über sich selbst und andere, von außen und über Köpfe hinweg. Die Selbstbefragung in Form von wo stehe ich in dieser Welt, wo gehöre ich hin und wo werde ich mal sein, ist ein zentrales Thema in der Kunst, nicht erst seit heute, sondern schon lange. Jede Generation beantwortet sich diese Frage neu und hier wird es spannend:
UNBOTHERED?! Ein Zustand der Gleichgültigkeit, unbeeindruckt von Kritik und Chaos, nonchalant durch die Welt ziehen – Ist das wirklich die Haltung von Gen Z? Das Fragezeichen ist Leerstelle und Haltung zugleich. Zwischen Weltschmerz und (digitaler) Überforderung fällt Gen Z’s Reaktion post-ironisch aus. Es ist also nie ganz sicher, wie was zu verstehen ist, wie was tatsächlich gemeint war. Auf das Fragezeichen folgt keine Antwort, weil es die (noch) nicht gibt, stattdessen folgt das Ausrufezeichen. Aber in welcher Bedeutung? Will uns die Generation Z warnen oder auffordern oder ist es stummer Ausdruck einer wütenden Generation, die es satt ist, missverstanden zu werden, ohne dass ihnen je wirklich einer zuhört?

Die Gruppenausstellung versteht sich als Einblick in eine Künstlerinnen-Generation, die sich mit einer ganz eigenen Selbstverständlichkeit diesen Fragen widmet, ohne sie explizit versprachlichen zu müssen. Sowohl Lara Weiler (*1999, Luxemburg), Stella Winter (*1999, Mainz) als auch Wei Zhus (*1996, China) malerische Werke bieten die Chance, sich dieser Frage von einem neuen Blickwinkel aus anzunähern: die Beschäftigung mit sich selbst und dem eigenen Umfeld als Antwort auf eine vorherige Generation, die mehr über die Queen als die eigenen Vorfahren und sich selbst weiß. Ihre Bilderwelten eröffnen einen ehrlich-intimen Blick auf das Leben einer Generation, von der nur allzu gern behauptet wird, zu viel mit sich selbst beschäftigt zu sein. Das Kreisen um das eigene Selbst lässt sich dabei als selbstverständliche Reaktion lesen – in einer Welt, in der einem alles offen steht und alles jederzeit vorbei sein könnte.

Elisa Deutloff (*1998, Offenbach) und Chelsea Hartmann (*1998, Offenbach) verlassen die Leinwand und stellen die Frage nach dem Selbst in einem anderen, drängenderen Register: dem der digitalen Existenz. Ihre gemeinsam entwickelte Videoarbeit chelisea.safetensors (2026) nimmt die zunehmende Aneignung persönlicher Bilddaten zum Ausgangspunkt – konkret jene Klauseln, die Unternehmen erlauben, Rechte an Aussehen und biometrischen Merkmalen zur Erstellung digitaler Nachbildungen zu erwerben. Im Zentrum steht ein eigens trainierter LoRA-Adapter, unüblich auf zwei Personen gleichzeitig trainiert. Durch gezielte Eingriffe in den Trainingsprozess entziehen die Künstlerinnen das Modell einer kommerziellen Verwertbarkeit – und entwickeln dabei eine Strategie der Selbstermächtigung, die so lakonisch wie konsequent ist: Wenn das eigene Bild zur Ressource wird, wird der Umgang damit zur künstlerischen Position. Ergänzt wird die Videoarbeit durch eine raumgreifende Installation, die das Verhältnis zwischen Körper, Abbild und Kontrolle in den physischen Raum überträgt. Eben jene kulturelle Ambivalenz zwischen ungerührt und zutiefst bekümmert sein zieht sich durch alle fünf Positionen – malerisch wie medial, intim wie systemkritisch – ohne Auflösung und ohne Antwort. Was bleibt, ist das popkulturelle Ausrufezeichen.